Aus der Vergangenheit lernen

Das Fach Geschichte

“Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich.” 
Mark Twain

Dem entsprechend liegt die Absicht des Geschichtsunterrichtes auch darin, die Reimschemata zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu zeigen und die Schüler in die Lage zu versetzen, Historisches in seiner Bedeutung einordnen zu können und mit der aktuellen Politik einer Region, des Landes, Europas und der Welt zu vernetzen. Dabei wird der Blick auch auf die Alltags-, Kultur-, und Frauengeschichte gerichtet. 
Ein weiteres Anliegen ist die Wertschätzung historischer und kultureller Leistungen und die Einsicht in die Verpflichtung einer Gesellschaft, Vergangenes zu erhalten.

Icon Geschichte

Das Fach bietet neben dem Schulunterricht die Möglichkeit, auf vielfältige Art und Weise Schüler mit der Geschichte zu konfrontieren.

Jährliche wiederkehrende Exkursionen gehen ins Ägyptische Museum in München, in das Armeemuseum in Ingolstadt, zum Lokschuppen in Rosenheim, zu römischen Plätzen in Bayern (z.B. Weißenburg, Kempten), in die Glyptothek; zudem gibt es historische Stadtführungen in München.

Von großer Attraktivität sind Beiträge der Eltern, z.B. Berichte als Augenzeugen zum Mauerfall oder die Bereitstellung von Original-DDR-Exponaten für eine Ausstellung.

Sehr großen Anklang finden Kinofilme plus Diskussionen mit Schauspielern und Regisseuren, z.B. „Ende der SED“ in der Blackbox.

Besonders großes Interesse und Wertschätzung erfahren die Besuche von Zeitzeugen zur NS-Zeit, z.B. von Abba Naor, Ernst Grube, Uri Chanoch, Henriette Kretz oder Walter Joelsen.

Eine Bereicherung sind auch hochrangige Referenten aus der Wissenschaft zu verschiedensten Themen und Anlässen. Sehr hilfreich ist hier die enge Zusammenarbeit und Verbundenheit mit dem Institut für Zeitgeschichte.

Am Tag der Quellen wurden von Schülerinnen und Schüler schon mehrfach im Volkstheater Quellentexte zum Schicksal jüdischer Personen gelesen und szenisch inszeniert.

Seit einigen Jahren beteiligen sich engagierte Neunt- und Elftklässler*innen bei der Lesung auf dem Königsplatz am 10. Mai, die an die Bücherverbrennung 1933 erinnert. Die Schülerinnen und Schüler lesen Texte von betroffenen Autoren.

Für die Unterstufe gibt es einen Archäologiekurs mit Exkursionen und Bastelarbeiten.

Besonders begabte und motivierte Schüler*innen unternahmen mit Lehrkräften eine kurze Studienreise nach Lubljiana, eine weitere ging nach Weimar.

Ein Schüler*innenprojekt des P-Seminars Geschichte und Kunst mit dem NS-Dokumentationszentrum München

Die Web-App „Departure Neuaubing. Europäische Geschichten der Zwangsarbeit“macht die Geschichte der Zwangsarbeit in Neuaubing durch verschiedene künstlerische und journalistische Zugänge sichtbar. An dem Ort des ehemaligen Zwangsarbeiter*innenlagers in Neuaubing, das die deutsche Reichsbahn betrieben hatte, sind acht Baracken erhalten, an welchen in den nächsten Jahren ein Lern- und Erinnerungsort entstehen soll.

Ergänzend zur Einrichtung dieser Dependance des NS-Dokumentationszentrums in Neuaubing hat das NS-Dokumentationszentrum gemeinsam mit verschiedenen Künstler*innen, Historiker*innen und Journalist*innen ein Digitalprojekt veröffentlicht, das den User*innen das in der Öffentlichkeit oftmals wenig präsente Leid der Zwangsarbeiter*innen in Europa auf verschiedenen Wegen nahe bringt.

Die Web-Anwendung beinhaltet beispielsweise eine Reportage über italienische Zwangsarbeiter*innen, ein Visual Novel, das die Geschichte eines niederländischen Zwangsarbeiters nachzeichnet, und eine Fotoserie, die das Schicksal der aus dem ukrainischen Dorf Jewminka verschleppten Menschen behandelt.

Zusammen mit den Referendar*innen des Studienseminars Kunst sowie den Pädagoginnen Veronika Wiesmeier und Jutta Görlich erarbeiteten sich die Schüler*innen in einer Projektwoche einen eigenen Zugang zu den verschiedenen Kunstwerken: Dabei reflektierten sie verschiedene Strategien künstlerischer Annäherungen an historische Inhalte wie z.B. über Film, Fotografie, Mapping, Reportage oder Graphic Novel und erarbeiteten kleine Vorträge für den Launch der digitalen Ausstellung im NS-Dokumentationszentrum.

Als Guides führten sie am Launch-Tag Gäste durch die interaktiven und interdisziplinären Web-Anwendung, gaben Hintergrundinformationen zu den Künstler*innen sowie zur Entstehungsgeschichte der Kunstwerke. In ihren Kurzvorträgen stellten die Lernenden auch die Lebensgeschichten einzelner ehemaliger Zwangsarbeiter*innen vor, welche nach dem Krieg meist keine Anerkennung oder Entschädigung erhalten haben. Durch das Projekt Departure Neuaubing werden sie sichtbar und hörbar.

Das P-Seminar dankt dem NS-Dokumentationszentrum und insbesondere der Kuratorin Frau Juliane Bischoff und den Historiker*innen Dr. Paul-Moritz Rabe und Frau Dr. Angela Hermann für ihre kompetente, wertschätzende und aufmerksame Begleitung durch dieses einzigartige Projekt!