Wittelsbacher Gymnasium München

Das Fach Geschichte

“Geschichte wiederholt sich nicht,
aber sie reimt sich.”
Mark Twain

Anliegen des Faches

Dem entsprechend liegt die Absicht des Geschichtsunterrichtes auch darin, die Reimschemata zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu zeigen und die Schüler in die Lage zu versetzen, Historisches in seiner Bedeutung einordnen zu können und mit der aktuellen Politik einer Region, des Landes, Europas und der Welt zu vernetzen. Dabei wird der Blick auch auf die Alltags-, Kultur-, und Frauengeschichte gerichtet.
Ein weiteres Anliegen ist die Wertschätzung historischer und kultureller Leistungen und die Einsicht in die Verpflichtung einer Gesellschaft, Vergangenes zu erhalten.

Eine Übersicht über aktuelle Projekte und Aktionen finden Sie hier…

Inhalte

Im Folgenden finden Sie eine knappe Übersicht – detaillierte Informationen siehe die jeweiligen Lehrpläne des neuen neunjährigen Gymnasiums.

6. Jahrgangsstufe

In der sechsten Jahrgangsstufe werden die Schüler in Begriffe der Geschichtswissenschaft eingeführt und beschäftigen sich mit dem Vor- und Frühmenschen.
Anschließend erarbeiten die Schüler das Wesen einer Hochkultur am Beispiel des Alten Ägypten.
Es folgt die griechische Antike und das Imperium Romanum. Der Übergang von der Antike zum Mittelalter ist der letzte Stoffschwerpunkt. Der Lehrplan bietet auch Längsschnitte, z.B. die Betrachtung der Familie.

Lehrplan G9 – 6. Jahrgangsstufe

7. Jahrgangsstufe

In der siebten Jahrgangsstufe wird zunächst Aufbau und Wesen des fränkischen Königtums betrachtet.
Das Leben der Bauern, des Adels, das Rittertum und das Leben in den Städten zeigen die unterschiedlichen Lebensformen des Mittelalters. Neue Denkformen, die Renaissance mit dem Menschen im Zentrum schufen eine bahnbrechende Erweiterung des menschlichen Wirkungsraumes. Handelswege, Handelsformen fügen sich hier ein.
Das konfessionelle Zeitalter mit seinen Auswirkungen schließt sich an. Die Herrschaftsform Absolutismus und ihre künstlerische Ausprägung im Barock lernen die Schüler kennen, sowie weitere Beispiele für die Verbindung von Politik und Architektur.

Lehrplan G9 – 7. Jahrgangsstufe

8. Jahrgangsstufe

In der achten Jahrgangsstufe sollen die Schüler das Wesen der Aufklärung erfassen und die Französischen Revolution, deren Einflüsse, Verlauf und Auswirkungen erkennen.
Die Vorgänge in Deutschland zwischen Nationalismus/Liberalismus und Restauration schließen sich an. Liberales Wirtschaftsdenken und das Entstehen der Industriellen Revolution mit ihren negativen Begleiterscheinungen wie der der Sozialen Frage werden betrachtet.
Das deutsche Kaiserreich und der Ausbruch des Ersten Weltkrieges sind die beiden wesentlichen
Schlussthemen in dieser Jahrgangsstufe.

Lehrplan G9 – 8. Jahrgangsstufe

9. Jahrgangsstufe

In der neunten Jahrgangsstufe steht zunächst die Weimarer Republik, deren Gefährdungen und Ende sowie der Nationalsozialismus, der Zweite Weltkrieg und der Holocaust im Zentrum.
Ein Längsschnitt vergleicht die Rechte des Menschen.
Es folgt die Betrachtung der Nachkriegszeit bis zur Gründung der BRD und die Rolle der Siegermächte.
Blockbildung und Kalter Krieg beschließen die Jahrgangsstufe.

Lehrplan G9 – 9. Jahrgangsstufe

10. Jahrgangsstufe (ab Schuljahr 2022/23)

In der zehnten Jahrgangsstufe sollen die Schüler die Entwicklung der beiden deutschen Staaten nach 1945 erarbeiten. Die Deutsche Frage ist ein weiterer wesentlicher Aspekt.
Es folgt der Blick auf Europa und internationale Themen: Die Einigung Europas und globale Verflechtungen und deren Herausforderungen und Probleme werden betrachtet.

Lehrplan G9 – 10. Jahrgangsstufe

11. Jahrgangsstufe (ab Schuljahr 2023/24)

In der 11. Jahrgangsstufe ist ein breiter Komplex die Erinnerung an Geschichte, z.B. Umgang mit der Kolonialgeschichte, nationalsozialistischer Stoff in verschiedenen Medien.
Ein zweites Thema beleuchtet die bayerische Geschichte: Migration von der frühen Neuzeit bis zum 20. Jahrhundert.

Lehrplan G9 – 11. Jahrgangsstufe

Die 12. Und 13. Jahrgangsstufe des neuen G9 sind noch in der Bearbeitungsphase.

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Aktionen und Projekte

Das Fach bietet neben dem Schulunterricht die Möglichkeit, auf vielfältige Art und Weise Schüler mit der Geschichte zu konfrontieren.

Jährliche wiederkehrende Exkursionen gehen ins Ägyptische Museum in München, in das Armeemuseum in Ingolstadt, zum Lokschuppen in Rosenheim, zu römischen Plätzen in Bayern (z.B. Weißenburg, Kempten), in die Glyptothek; zudem gibt es historische Stadtführungen in München.

Von großer Attraktivität sind Beiträge der Eltern, z.B. Berichte als Augenzeugen zum Mauerfall oder die Bereitstellung von Original-DDR-Exponaten für eine Ausstellung.

Sehr großen Anklang finden Kinofilme plus Diskussionen mit Schauspielern und Regisseuren, z.B. „Ende der SED“ in der Blackbox.

Besonders großes Interesse und Wertschätzung erfahren die Besuche von Zeitzeugen zur NS-Zeit, z.B. von Abba Naor, Ernst Grube, Uri Chanoch, Henriette Kretz oder Walter Joelsen.

Eine Bereicherung sind auch hochrangige Referenten aus der Wissenschaft zu verschiedensten Themen und Anlässen. Sehr hilfreich ist hier die enge Zusammenarbeit und Verbundenheit mit dem Institut für Zeitgeschichte.

Am Tag der Quellen wurden von Schüler*innen schon mehrfach im Volkstheater Quellentexte zum Schicksal jüdischer Personen gelesen und szenisch inszeniert.

Seit einigen Jahren beteiligen sich engagierte Neunt- und Elftklässler*innen bei der Lesung auf dem Königsplatz am 10. Mai, die an die Bücherverbrennung 1933 erinnert. Die Schüler*innen lesen Texte von betroffenen Autoren.

Für die Unterstufe gibt es einen Archäologiekurs mit Exkursionen und Bastelarbeiten.

Besonders begabte und motivierte Schüler*innen unternahmen mit Lehrkräften eine kurze Studienreise nach Lubljiana, eine weitere ging nach Weimar.

Zeitzeugengespräche

Walter Joelsen – Günther Rehbein – Abba Naor

Aktuelle Projekte

Schuljahr 2021/22

09.11.2021 Schüler*innen lesen bei einer öffentlichen Veranstaltung zur Reichspogromnacht am Gedenkstein bei der ehemaligen Synagoge Namen, Beruf und Wohnort verfolgter Juden
Besuch der abendlichen Gedenkveranstaltung im alten Rathaussaal mit Vorträgen, Film und Musikbeiträgen Schüler*innengruppe der Q11

DEPARTURE NEUAUBING. Europäische Geschichten der Zwangsarbeit

Ein Schüler*innenprojekt des P-Seminars Geschichte und Kunst mit dem NS-Dokumentationszentrum München

Die Web-App „Departure Neuaubing. Europäische Geschichten der Zwangsarbeit“ macht die Geschichte der Zwangsarbeit in Neuaubing durch verschiedene künstlerische und journalistische Zugänge sichtbar. An dem Ort des ehemaligen Zwangsarbeiter*innenlagers in Neuaubing, das die deutsche Reichsbahn betrieben hatte, sind acht Baracken erhalten, an welchen in den nächsten Jahren ein Lern- und Erinnerungsort entstehen soll.

Ergänzend zur Einrichtung dieser Dependance des NS-Dokumentationszentrums in Neuaubing hat das NS-Dokumentationszentrum gemeinsam mit verschiedenen Künstler*innen, Historiker*innen und Journalist*innen ein Digitalprojekt veröffentlicht, das den User*innen das in der Öffentlichkeit oftmals wenig präsente Leid der Zwangsarbeiter*innen in Europa auf verschiedenen Wegen nahe bringt.

Die Web-Anwendung beinhaltet beispielsweise eine Reportage über italienische Zwangsarbeiter*innen, ein Visual Novel, das die Geschichte eines niederländischen Zwangsarbeiters nachzeichnet, und eine Fotoserie, die das Schicksal der aus dem ukrainischen Dorf Jewminka verschleppten Menschen behandelt.

Zusammen mit den Referendar*innen des Studienseminars Kunst sowie den Pädagoginnen Veronika Wiesmeier und Jutta Görlich erarbeiteten sich die Schüler*innen in einer Projektwoche einen eigenen Zugang zu den verschiedenen Kunstwerken: Dabei reflektierten sie verschiedene Strategien künstlerischer Annäherungen an historische Inhalte wie z.B. über Film, Fotografie, Mapping, Reportage oder Graphic Novel und erarbeiteten kleine Vorträge für den Launch der digitalen Ausstellung im NS-Dokumentationszentrum.

Als Guides führten sie am Launch-Tag Gäste durch die interaktiven und interdisziplinären Web-Anwendung, gaben Hintergrundinformationen zu den Künstler*innen sowie zur Entstehungsgeschichte der Kunstwerke. In ihren Kurzvorträgen stellten die Lernenden auch die Lebensgeschichten einzelner ehemaliger Zwangsarbeiter*innen vor, welche nach dem Krieg meist keine Anerkennung oder Entschädigung erhalten haben. Durch das Projekt Departure Neuaubing werden sie sichtbar und hörbar.

Das P-Seminar dankt dem NS-Dokumentationszentrum und insbesondere der Kuratorin Frau Juliane Bischoff und den Historiker*innen Dr. Paul-Moritz Rabe und Frau Dr. Angela Hermann für ihre kompetente, wertschätzende und aufmerksame Begleitung durch dieses einzigartige Projekt!
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Schuljahr 2018/19

09.11.18 Zeitzeugenforum im Neuen Rathaus – Vortrag und Gespräch mit Charlotte Knobloch Schülergruppe der Q12
14.11.18 Besuch des Filmes “Der Ballon” im City-Kino zum Thema Flucht aus der DDR – Gespräch mit dem Regisseur Günter Wetzel 10. Klassen
19.11.18 Präsentation des W-Seminars “Die 68er” zum Jubiläum – Lesung und Gespräch mit dem Autor, Journalist und Filmemacher Ulrich Chaussy zu Rudi Dutschke und der Studentenbewegung 11. Jahrgangsstufe
20.11.18 Besuch des Ägyptischen Museums 6. Klassen
24.01.19 Exkursion in das Stadtmuseum – Führung zu archäologischen Fundstücken aus dem Marienhof Archäologie PLUS-Kurs
19.02.19 Exkursion zum Konzentrationslager Dachau 9. Klassen
26.02.19 Expertenvortrag zum Nahost-Konflikt
26.02.19 Vortrag und Gespräch mit Henriette Kretz, Zeitzeugin zum Holocaust 11. Jahrgangsstufe
19.03.19 “Tag der Quellen” im Volkstheater: Schüler lesen aus Quellen zum Holocaust – Textwahl und Choreographie: Ludwig Kres Schülergruppe der 10. Jahrgangsstufe
11.04.19 Exkursion in das Museum für Abgüsse – Workshops, Quiz etc. zur römischen Antike Archäologie PLUS-Kurs