!00 Jahre Wittelsbacher – Die Ausstellung im PS2

Am Mittag war noch wenig fertig im PS 2 – eifrige Geschäftigkeit füllte die schuleigene Galerie – „Wer kommt um Fünf?“ – „Kann ich den Schlüssel vorher haben?“- „Hilfe, ich muss noch so viele Fotos kleben“ – „…ich brauch' genau diesen Platz“ – -

Viele „Kojen“ waren noch unbesetzt, weil auf den elterlichen Transport gewartet werden musste, Maresa verzierte ihre Geburtstagstorte mit Zuckerguss, Rahmen wurden geputzt, Müll eingesammelt, Tische verrückt. In der Endphase des Semesterprojekts lernten die Kollegiaten des Leistungskurses Kunst alle Schrecken und Vergnügen des Ausstellens in der Öffentlichkeit kennen. Nach einer langen Vorbereitungszeit mussten die Semesterarbeiten nun soweit fertig sein, dass sie auch vor einem kritischen Publikum standhielten. Sehr unterschiedliche Interpretationen des Themas „!00 Jahre Wittelsbacher“ waren entstanden: von Zeichnungen über Fotografie, von Hand genähten Kleidern, selbst konstruierten Doktorhüten bis Autodesign mit professionellem „Faberclay“, von Bildhauerei, Performance, Installation bis Eat Art – die Sparten der Kunst wurden in weitem Rahmen bearbeitet.

Begonnen hatte das Projekt am ersten Schultag im frischen Kunst-LK. In der Zeit von September 2007 bis Februar 2008 fanden drei gemeinsame Besprechungen statt, ansonsten wurden die Schüler in das kalte Wasser der eigenständigen Entscheidung und Arbeit geworfen. Dabei machten sie die manchmal schmerzliche Erfahrung, dass die Arbeit sich nicht von selbst erledigt, die Zeit einfach vergeht, wenn man sie nicht nutzt und der Termin unaufhörlich näher rückt.

Die erste zu lösende Aufgabe war ein zur eigenen Person passendes Thema zu finden, mit dem man beginnen konnte. Die Wenigsten wussten von Anfang an, was sie bearbeiten wollten, bei den meisten ergab sich das Endergebnis aus dem langen Prozess der künstlerischen Auseinandersetzung, der in einem Workbook dokumentiert werden sollte. Gegen Ende dieses Prozesses stand bei allen die Präsentation der zuhause gefertigten Arbeit im Mittelpunkt, spielt es doch für ein „Kunstwerk“ eine gewaltige Rolle, wie es dem Publikum dargeboten wird. Vom Kunstseminar bekamen die Kollegiaten dazu professionellen Rat, entscheiden und durchführen mussten sie aber ihren Part selber.

Unser PS-2-Raum musste vom Lager wieder in eine Galerie verwandelt werden; er wurde in Gemeinschaftsaktion vom LK frisch gestrichen, geputzt und in einzelne Ausstellungskojen eingeteilt. In der konkreten Umsetzung haben unsere „Künstler“ nun erfahren, was alles dazu gehört, um eine Ausstellung von diesem Niveau präsentieren zu können.

Donnerstag, den 14.2.2008 um 19 Uhr war Deadline. Es war tatsächlich alles – manches gerade noch – rechtzeitig fertig geworden. Mein Dank gilt an dieser Stelle auch besonders Frau Scharbauer, der unablässig uns betreuenden Kunstreferendarin. Den Lohn der Mühe bekamen die „Künstler“ bei der Eröffnung, bei der sich Eltern und Bekannte, Mitschüler, Lehrer und besonders der Schulleiter sehr interessiert mit ihren Werken auseinandersetzten. Damit bescherten sie dem Schuljubiläum – zusammen mit den Tänzern aus der Klasse 10 B und dem Grundkurs Dramatisches Gestalten – einen aktuellen Höhepunkt. Für sich selbst hat sich jeder nun ein sehr gutes Fundament erarbeitet, auf dem die Diskussion der bald anstehenden Facharbeit erfolgen kann. Und ich muss über die Notwendigkeit, die Zeit gut zu nutzen, nicht mehr verhandeln.

Gratulation zur sehr gelungenen Ausstellung!

Karin Stoller

100 Jahre WeltgeschichteDer Zeitgeist