Wittelsbacher Gymnasium München

Das Fach Ethik

Zielsetzung

Das Fach Ethik geht davon aus, dass Menschen für ihr Handeln auch eine moralische Entscheidungskompetenz benötigen. Es soll junge Menschen bei ihrer Suche nach einer verlässlichen Orientierung in der Welt unterstützen. Ethik greift dabei auf Entwürfe zurück, in denen bewährte lebenspraktische Einsichten mit Hilfe philosophischer Denkweisen eine neue Deutung und Legitimierung erfahren haben. Die Jugendlichen können diese Entwürfe und Theorien mit den von ihnen selbst entwickelten Vorstellungen vergleichen und dabei entdecken, dass auch ihre eigenen Gedanken sich im Ansatz mit bestimmten Denktraditionen berühren. Überlegungen zu Moralprinzipien, die andere Menschen angestellt haben, können so zum Maßstab für eigene Überlegungen und damit zu einer Orientierungshilfe für das eigene Leben werden.

Der Ethikunterricht in der Schule orientiert sich in seiner grundlegenden Zielsetzung an den sittlichen Grundsätzen, wie sie in der Verfassung des Freistaates Bayern und im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland niedergelegt sind. Im Übrigen berücksichtigt er die Pluralität der Bekenntnisse und Weltanschauungen. Insbesondere orientiert er sich bezüglich seiner inhaltlichen Rahmenbedingungen an den Aussagen der Bayerischen Verfassung in Artikel 131 und den Festlegungen des Grundrechtekatalogs im Grundgesetz. Für Schüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, ist der Ethikunterricht Pflichtfach (Art. 47 Abs. 1 BayEUG).

Moralisches Lernen

Moralisches Lernen

Zu einer vertieften Allgemeinbildung trägt das Fach durch eine systematische Beschäftigung mit den für die heutige Zeit relevanten Themen der Moral bei. Das Fach Ethik fördert insbesondere den reflektierten Zugang zu den sittlich bedeutsamen Gegebenheiten der Welt, vermittelt eine vertiefte Sprachkompetenz im ethischen Argumentieren und unterstützt die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung in Entscheidungs- und Handlungssituationen.

Moralisches Lernen ist in allen Jahrgangsstufen sowohl kognitives als auch die Motivation förderndes Lernen. Dies bedeutet, dass die Schüler im Ethikunterricht nicht nur verstehen sollen, welche Werte und Normen gelten und warum sie gelten, sondern auch lernen, dass für ein gelingendes Leben das Engagement für diese Werte und Normen notwendig ist.

Der Ethikunterricht strebt ein werteinsichtiges Urteilen und Handeln der Schüler an und will auf diese Weise ihre personale Entwicklung fördern. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Fach Ethik in der Schule stets auf den grundlegenden Beitrag des Elternhauses zur Moralerziehung angewiesen bleibt und diesen auch in seinem pädagogischen Anspruch zu berücksichtigen hat.

Inhalte

Inhalte

Im Ethikunterricht werden Situationen und Probleme aus dem unmittelbaren Erfahrungsbereich der Schüler in Alltag, Familie und Schule thematisiert, Handlungsalternativen geprüft und gemeinsam mit den Schülern Vorschläge zum rationalen Umgang mit Konflikten entwickelt.

Um das eigene Welt- und Menschenbild zu erweitern, zu überprüfen und zu festigen, erhalten die Schüler Informationen über Weltanschauungen und Religionen. Aufbauend auf diesen Kenntnissen werden grundlegende Fragen menschlicher Existenz, wie die Frage nach dem Sinn des Lebens, nach Freiheit, Gerechtigkeit und Glück vertieft behandelt.

Die Schüler erwerben im Lauf der Gymnasialzeit ein breitgefächertes Wissen über Bedingungen und Probleme des Zusammenlebens von Menschen. Es soll ihnen ermöglichen, fremdes Verhalten besser zu verstehen, eigenes reflektiert einzuschätzen sowie gegebenenfalls zu korrigieren.

Der Ethikunterricht knüpft sowohl an ethisch bedeutsame Themen der einzelnen Fächer als auch an Erfahrungen der Schüler an.

Wahrnehmung, Entscheidung und Handlung stellen die drei grundlegenden Schritte der ethischen Grundsituation dar. Dabei geht es nicht nur um das Faktische, das bereits Existierende, sondern vor allem um dasjenige, was erst durch menschliches Handeln Wirklichkeit wird. In diesem Sinne liegt auf jedem Menschen Verantwortung, die er in sich wahrnimmt, aber auch in den äußeren Folgen seines Handelns und in der Reaktion anderer Menschen erkennt.

In der pluralistischen Gesellschaft kommt dem Ethikunterricht die Aufgabe zu, die Schüler mit unterschiedlichen Positionen der Ethik vertraut zu machen, die Voraussetzungen für ein verantwortbares Handeln in Freiheit darstellen.

Der Ethiklehrplan basiert auf Lernbereichen, die durch ihre unterschiedliche Gewichtung und Verknüpfung die jeweilige Jahrgangsstufe charakterisieren. Im Einzelnen greift der Lehrplan Ethik auf folgende Schwerpunkte zurück:

  • Schwerpunkt I: Der Einzelne und die Gemeinschaft
  • Schwerpunkt II: Urteils- und Handlungskompetenz
  • Schwerpunkt III: Religionen und ihre Ethik
  • Schwerpunkt IV: Bereichsethiken und interdisziplinäre Fragen