Wittelsbacher Gymnasium München

Das Fach Deutsch aktuell

Doris Dörrie am Wittelsbacher: Über FREMD-SEIN

Zusammen mit dem Münchner Schriftsteller Fridolin Schley beehrte die bekannte Autorin und Filmregisseurin Doris Dörrie am 29. September 2017 unsere Schule. Vor versammelter Q12 lasen beide Auszüge aus ihren Werken und diskutierten leidenschaftlich mit den Schülerinnen und Schülern über das Thema FREMD-SEIN:

  • Wie erleben junge Menschen selbst das Fremde?
  • Wie begegnet ihnen das Fremde, wie begegnen ihnen die Fremden?
  • Was bedeutet es ihnen, ständig mit diesem Thema konfrontiert zu werden?

Eine von pointierten Statements getragene Diskussion – unter Aufzeichnung des Bayerischen Fernsehens. (Sobald das Sendedatum feststeht, werden wir es weitersagen.) Einen kleinen fotografischen Vorgeschmack gibt es in der folgenden Bildergalerie.

Das Wittelsbacher bedankt sich sehr herzlich!!

© Fotografien: Stefan Erhardt
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Das Fach Deutsch

  • Die Sprache ist gleichsam der Leib des Denkens. – Georg Wilhelm Friedrich Hegel
  • Das Menschlichste, was wir haben, ist doch die Sprache. – Theodor Fontane
  • Die Sprache ist die Mutter, nicht die Magd des Gedankens. – Karl Kraus

Mit diesen Zitaten dreier Autoren, die Geistesgeschichte geschrieben haben, kann grob umrissen werden, was das Fach Deutsch vermitteln will: Kultur und Kommunikation. Ersteres beinhaltet die reichhaltige gelebte Tradition künstlerischer (Sprach)Gestaltung, Letzteres greift auf die vielfältigen Formen zurück, in denen Sprache sich in allen Bereichen menschlichen Zusammenlebens und -wirkens konkretisiert. Oder, wie es im Lehrplanprofil des Faches heißt:

„Sprache ist Voraussetzung für Kommunikation und Kultur; sie befähigt zu selbstbestimmtem und verantwortungsbewusstem Handeln und zur künstlerischen Gestaltung menschlicher, gesellschaftlicher, philosophischer und ästhetischer Wirkungszusammenhänge als einem wesentlichen Teil unserer kulturellen Überlieferung und Gegenwart.“

Im Deutschunterricht am Gymnasium wird sowohl die kommunikative als auch die kulturelle und ästhetische Kompetenz geschult, erweitert, differenziert und vertieft. Dazu gehören auch die Fähigkeiten, mit Informationen umzugehen, Probleme sprachlich differenziert zu lösen und nicht zuletzt Phantasie und Kreativität auszubilden.

Welche Themen und Inhalte auf welcher Jahrgangsstufe auf dem Lehrplan stehen, können Sie im Folgenden unter der jeweiligen Rubrik nachlesen.

Jahrgangsstufe 5

Jahrgangsstufe 5

  • Im mündlichen Sprachgebrauch üben die Schüler, sinnbetont vorzulesen und vorzutragen.
  • Sie verfassen schriftlich verschiedene Arten von Erzählungen und informierende Texte wie Berichte oder Beschreibungen.
  • Vertraut gemacht werden sie mit der Grundsystematik und den Grundbegriffen der Grammatik und mit den Regeln der Rechtschreibung und Zeichensetzung.
  • Sie beschäftigen sich mit einfachen Gestaltungsprinzipien und Formelementen von Erzählungen, Märchen, Sagen und Gedichten, mit den Handlungsmustern von Märchen und Sagen und mit den Motiven eines klassischen Jugendbuchs.
  • Geübt wird auch die Benutzung von Sachbüchern und Lexika.

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Jahrgangsstufe 6

Jahrgangsstufe 6

  • Im mündlichen Sprachgebrauch wird das interpretierende Vorlesen und Vortragen geübt.
  • Beim erzählenden und informierenden Schreiben wird der Schwerpunkt auf den bewussten Einsatz erzähltechnischer und sprachlicher Mittel bzw. den sachlogischen Aufbau gelegt.
  • Die Kenntnisse, Begriffe und Methoden der Grammatik werden erweitert und vertieft, ebenso die Kenntnisse in der Rechtschreibung und Zeichensetzung.
  • Die Schüler beschäftigen sich weiter mit den Gestaltungsprinzipien von epischen Kleinformen, u. a. der Fabel, und von Gedichten.
  • Sie machen sich vertraut mit klassischen Mythen und den Motiven eines Kinder- und Jugendbuchs.
  • Geübt wird die Nutzung von Informationsquellen wie Wörterbuch, Bibliothek und Internet.

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Jahrgangsstufe 7

Jahrgangsstufe 7

  • Im mündlichen Bereich werden das gestaltende Vorlesen und Vortragen, das themen- und partnergerechte Miteinandersprechen und das Verfassen und Vortragen eines Referats geübt.
  • Im Mittelpunkt des schriftlichen Sprachgebrauchs stehen das Zusammenfassen von Texten, das einfache Argumentieren und Formen gestalterischen Schreibens.
  • Zentrale grammatische Begriffe und Methoden sollen beherrscht, Sicherheit in der Rechtschreibung und Zeichensetzung soll gewonnen werden.
  • Die Schüler werden vertraut gemacht mit den Gestaltungsprinzipien von literarischen Formen wie Erzählung, Anekdote, Kurzgeschichte, Ballade, Drama.
  • Sie beschäftigen sich mit mittelalterlichen literarischen Stoffen und lernen klassische und moderne Jugendbücher kennen.

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Jahrgangsstufe 8

Jahrgangsstufe 8

  • Die Schüler lernen Techniken des Mitschreibens und unterschiedliche Präsentationstechniken kennen und anwenden.
  • Beim schriftlichen Sprachgebrauch wird das Verfassen von Inhaltsangaben und einfache Erörterungen eingeübt, wobei auf stilistisch angemessene Verwendung von Tempus, Modus und Syntax geachtet wird.
  • Der Wortschatz der Schüler wird erweitet und vertieft, sie lernen den Unterschied zwischen Erbwort, Lehnwort und Fremdwort kennen.
  • Vergleichbare Themen der Literatur des Barock und anderer Zeiträume werden behandelt, wobei die Schüler Gelesenes vergegenwärtigen und zu Neuem in Beziehung setzen sollen.
  • Texte werden anhand allgemeiner Erschließungskategorien und literarischer Grundbegriffe analysiert (Innen- und Außenstandpunkt des Erzählers, Interaktion, Figurendarstellung und -konstellation, Motive des Handelns, Konfliktsituation).
  • Im Bereich der Lyrik lernen die Schüler die Sonettform kennen.
  • Sie beschäftigen sich außerdem mit informierenden Sachtexten (Unterschied Tageszeitung – Boulevardblatt; Ressort, Schlagzeile, Impressum, Nachricht, Bericht, Reportage, Interview, Kommentar und Glosse).

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Jahrgangsstufe 9

Jahrgangsstufe 9

  • Die Schüler üben das mündliche Kommentieren und das Begründen eigener Standpunkte, ferner die Gestaltung von Gesprächen, Interviews und Diskussionen und die Reflexion darüber.
  • In der Aufsatzerziehung stehen die erweiterte Inhaltsangabe und Erörterung einfacher Fragen und Sachverhalte im Mittelpunkt; gelernt wird die bewusste Verwendung der sprachlich-stilistischen Mittel der sachlichen Distanzierung, der Redewiedergabe und der Argumentation, außerdem das korrekte Zitieren.
  • Geübt wird weiter die Erläuterung grammatischer und stilistischer Phänomene und die richtige Verwendung von Fachbegriffen, das Erkennen von Sprach- und Stilebenen, die Ermittlung von Wortbedeutungen und die Definition von Begriffen.
  • Die Schüler lernen Themen ausgewählter Beispiele der Literatur vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart kennen, vergegenwärtigen Gelesenes und setzen es mit Neuem in Beziehung.
  • Sie beschäftigen sich mit einfachen Gestaltungsmitteln von Texten (Erzählverhalten, Metaphorik, Redeformen, lyrisches Ich) und mit der Verwendung von unterschiedlichen Präsentationsformen.

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Jahrgangsstufe 10

Jahrgangsstufe 10

  • Intensiv geübt wird das Präsentieren von Arbeits- und Lektüre-Ergebnissen im freien Vortrag.
  • Die Aufsatzerziehung konzentriert sich auf die Erschließung literarischer Texte und der Analyse von Sachtexten, ferner auf das Verfassen von Erörterungen.
  • Dabei geht es u. a. um die Ausgestaltung von Argumentationsgefügen, den differenzierten Gebrauch der Modi, die Beherrschung von Zitiertechniken und um die Analyse und den bewussten Einsatz stilistischer Mittel.
  • In der Literaturgeschichte lernen die Schüler ausgewählte Literatur der Aufklärung und des Sturm und Drang sowie der Gegenwart kennen.
  • Sie beschäftigen sich mit den leitenden Ideen und epochentypischen Gestaltungsmitteln, den Figurenkonzeptionen, der direkten und indirekten Charakterisierung und der Dialogführung.
  • Sie lernen die perspektivische Vermittlung von Wirklichkeit in den Medien und die Mittel ihrer Umsetzung kennen.

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Jahrgangsstufe 11

Jahrgangsstufe 11

  • Auf der Basis des in den Jahrgangsstufen 5 mit 10 erworbenen Grundwissens wenden sich die Schüler stärker den wissenschaftspropädeutischen Grundlagen des Faches Deutsch zu und nutzen Anknüpfungspunkte zu Hochschule und Arbeitswelt.
  • Sie steigern ihre Kommunikationsfähigkeit und Sprachkompetenz im Rahmen der Schulung ihrer rhetorischen Fertigkeiten sowie dadurch, dass sie sprachliche Phänomene analysieren und deren Wirkungsweise untersuchen.
  • Sie vertiefen die Methoden der Textarbeit, erwerben Geläufigkeit in der Argumentation, entwickeln Arbeitstechniken fort und festigen diese. Dabei lösen sie Aufgaben höheren Anspruchs selbständig und sachverständig.
  • Sie werden dazu befähigt, einen eigenen Stil zu entwickeln und diesen beim Verfassen von Texten je nach Funktion zu variieren.
  • Im Umgang mit anspruchsvollen Sachtexten üben sie sich in der Entnahme, Verarbeitung und Bewertung komplexer Inhalte und Argumentationsgefüge.
  • Sie beschäftigen sich mit Werken der Klassik und des 19. Jahrhunderts sowie mit theoretischen Texten jener Zeit und mit dem Zusammenhang von historischen Voraussetzungen, kulturellem Selbstverständnis und künstlerischer Gestaltung.
  • Die Schüler erfahren das Ästhetische als eine besondere Weise der Wahrnehmung und Erkenntnis.

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Jahrgangsstufe 12

Jahrgangsstufe 12

  • Im Deutschunterricht der 12. Jahrgangsstufe vertiefen die Schüler ihre sprachlich-literarische und geistesgeschichtlich-kulturelle Bildung, stellen Beziehungen zu eigenen Erfahrungen und Einstellungen her und finden zu eigenen Standpunkten und Werthaltungen. Sie sollen Sprache als Medium zwischenmenschlicher Kommunikation verstehen, analysieren und nutzen. Sie üben unterschiedliche Formen des Vortragens und des Gesprächs, gewinnen rhetorisches Selbstvertrauen und entwickeln Freude an mündlicher Sprachgestaltung.
  • Noch weiter vertieft wird die Beherrschung des Texterschließens und Argumentierens, das Formulieren eines eigenen Verständnisses von literarischen Texten und Sachtexten und die Darlegung von Thesen und Positionen. Voraussetzung dafür sind solide orthographische, grammatische und stilistische Fertigkeiten.
  • Den Schülern soll klar werden, dass Sprache das wichtigste Medium für die Teilhabe am kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Leben ist. Sie erweitern ihr Verständnis von Sprache und erkennen deren Leistung ebenso wie ihre Offenheit für Veränderungen und die Notwendigkeit von Normierungen.
  • Bei der Behandlung literarischer Werke des 20. Jahrhunderts sollen die Schüler Aufgeschlossenheit für literarische Themen und Stoffe und kulturelle Zusammenhänge und vertiefte literaturgeschichtliche Bildung erwerben. Sie sollen eine differenzierte Weltsicht und eine lebenslange Lesebereitschaft erwerben. Die Beschäftigung mit anspruchsvollen Sachtexten soll die Schüler befähigen, sich kritisch mit den eigenen Wertvorstellungen, mit fremden Standpunkten und mit Fragen von grundsätzlicher Bedeutung auseinanderzusetzen und sich für die Gestaltung ihrer Lebenswelt zu engagieren.
  • Elektronische Medien werden als Werkzeug der Information und Kommunikation verwendet. Die Medienkompetenz soll sich dabei besonders auf ethische und ästhetische Beurteilungskriterien stützen. Die Schüler sollen den Beitrag erkennen, den die Schulung der Wahrnehmungsfähigkeit und die Offenheit für ästhetische Fragen für die Persönlichkeitsbildung und das Weltverständnis leisten.

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Projekte

P-Seminar Biographische Gespräche – In Interviewform eine interessante Lebensgeschichte erzählen & BRradio

P-Seminar „Biographische Gespräche – In Interviewform eine interessante Lebensgeschichte erzählen“

Im P-Seminar „Biographische Gespräche – In Interviewform eine interessante Lebensgeschichte erzählen“ lernen die Teilnehmer in dieser Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk, nach einer kurzen theoretischen Auseinandersetzung mit Biographien im Allgemeinen, wie sie ein biographisches Interview führen und wie sie dieses für eine Radiosendung vorbereiten.

Sie bekommen Einblicke in den Arbeitsalltag der Redakteure von Bayern 2. Im Gegenzug recherchieren sie Einzelheiten zu potentiellen Gästen für die Sendung „Eins zu Eins. Der Talk“ – und schlagen Ideen zur thematischen Umsetzung auf www.br.de vor. In Gruppenarbeit wird ganz konkret eine Biographie für die Sendung ausgearbeitet, durchgeführt und präsentiert.

Jedes Jahr wählt der Bayerische Rundfunk Schulen aus ganz Bayern aus, die dann für ein Schuljahr die Möglichkeit haben, unter der Leitung erfahrender Rundfunkjournalisten Radiosendungen zu produzieren. Wir freuen uns sehr auf diese Zusammenarbeit!